Cantorey

„Halleluja! Singet dem Herrn ein neues Lied.“

Psalm 149,1a

Im Jahr 2007 wurde im Stift Klosterneuburg ein neues Ensemble ins Leben gerufen. Mit dem Namen Cantorey findet in diesem Ensemble der enge Bezug zum cantoralen Dienst, dem Vorsängerdienst in der Liturgie, wie er als Wesensmerkmal der Chöre an den Kathedralkirchen durch das II. Vatikanische Konzil besonders gefordert wird (vgl. Liturgiekonstitution: Sacrosanctum Consillium), seinen konkreten Ausdruck.

Seit ihrer Gründung besteht der Hauptfokus der Cantorey auf der musikalischen Begleitung des liturgischen Lebens der Augustiner Chorherren des Stiftes Klosterneuburg. Im Stift tritt die Cantorey hauptsächlich bei den Kapitelämtern – sonntags um 11 Uhr – in Erscheinung. Durch regelmäßige Gastauftritte in den umliegenden Gemeinden wird darüber hinaus der Kontakt zwischen Stift und Stiftspfarren gefördert und gepflegt.

Die Cantorey versteht ihr Musizieren im Bewusstsein um die große Bandbreite der musikalischen Tradition des Stiftes Klosterneuburg. Neben der Möglichkeit, auserlesene Chor- und Ensembleliteratur aus den verschiedensten Stilepochen der Musikgeschichte (Vokalpolyphonie der Renaissance bis hin zu modernen, zeitgenössischen Kompositionen) zu erarbeiten und zur Darbietung zu bringen, pflegt die Cantorey als besonderes Wesenselement auch eine intensive, theoretische, semiologisch fundierte, wie praktische Auseinandersetzung mit dem überlieferten Gregorianischen Choral der lateinischen Kirche. Diese Tradition reicht an die Gründungszeit des Stiftes vor über 900 Jahren zurück.

Ausgehend vom Ensemblegesang – der üblichen Formation der Cantorey – ergeben sich zusätzlich immer wieder Projekte, wo auch größere Werke oder doppelchörige Kompositionen wie z.B. „Cantus Missæ“ von J. G. Rheinberger zur Aufführung gelangen. Bei diesen Projekten arbeitet die Cantorey stets mit befreundeten Sängerinnen und Sängern aus der benachbarten Wiener Chorszene zusammen. Neben den jährlich knapp 20 regelmäßigen Auftritten konnte die Cantorey seit ihrer Gründung auch bereits mehrere ORF/ZDF-Live-Übertragungen erfolgreich bestreiten.